Zwischen Handwerk und Hightech

Auch Sehen will gelernt sein.

Die visuelle Wahrnehmung der Welt wird vorwiegend in den ersten Lebensjahren eines Kindes ausgebildet. Während sichtbare Sehfehler heute schon in frühester Kindheit beachtet werden, beeinträchtigen weniger auffällige Arten der Fehlsichtigkeit nicht nur die Seh-, sondern auch die Entwicklungsperspektiven junger Menschen. Die frühzeitige Erkennung und Korrektion von Fehlsichtigkeiten im Kindesalterist die wesentliche Voraussetzung für eine visuell optimale Wahrnehmung und leistet daher einen wesentlichen Beitrag zu Schul- und Berufschancen; sie ist auch unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll.

Auch bei Erwachsenen sind unerkannte Fehlsichtigkeiten keine Seltenheit, die besonders bei Dunkelheit leicht ins Auge gehen können. Gerade Autofahrer mit mangelnder Weitsicht werden schnell zur Gefahr für sich und andere. Erst die ideale Bildlage im Auge bietet optimalen Sehkomfort und gewährleistet maximale Sicherheit im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz.

Um eine qualifizierte und gleichzeitig effiziente augenoptische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, ist es erforderlich, handwerkliche Präzision mit dem Einsatz modernster Messtechnologien zu verbinden. Grundlegende Aufgaben der augenoptischen Versorgung wie die Prüfung der Sehschärfe und die Ermittlung der optimalen Korrektion des menschlichen Auges sind ohne fundiertes optometrisches Wissen undenkbar. Das augenoptische Leistungsspektrum gleicht immer mehr einem Spagat zwischen Handwerk und Hightech, der jedoch auch entsprechende Chancen eröffnet.

Eine erfolgreiche Zukunft für den Beruf des Augenoptikers wird nicht zuletzt davon abhängen, inwieweit es uns als ausgewiesenen Fachleuten im Bereich der Augenoptik gelingt, den genannten Spagat zu bewältigen, Chancen zu nutzen und unsere berufsspezifischen Positionen deutlich und überzeugend zu artikulieren. Der Bundesverband Deutscher Augenoptiker e.V. stellt sich dieser Herausforderung.