Augenoptik/Presse
08.01.2003 Von: Der Vorstand

Gelbfilterbrillen haben keinen positiven Effekt


So genannte Nachtfahrbrillen können weder das Dämmerungssehen noch die Blendempfindlichkeit verbessern. Das hat eine Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Tübingen ergeben.

Bei Problemen sollte man lieber den Augenarzt aufsuchen und einen Sehtest machen, mahnt Dr. Helmut Wilhelm, Oberarzt in der Tübinger Augenklinik aufgrund der Untersuchungsergebnisse, er kann prüfen, ob eine (neue) Brille nötig ist oder ob eine Störung vorliegt, die das Nachtsehen beeinträchtigt.

Wilhem untersuchte die Wirkung von Brillen mit gelbgefärbten Gläsern, wie sie auch unter Skifahrern beliebt sind. Sie werden bisweilen als sehverbessernd bei schlechten Lichtverhältnissen angepriesen. Der Gelbfilter lässt den subjektiven Eindruck entstehen, heller und damit auch besser zu sehen.

Zwei qualitativ hochwertige, unterschiedlich stark getönte Gelbfilterbrillen wurden gegen eine Klarglasbrille getestet. Die Untersuchung wurde in einem abgedunkelten Raum vorgenommen. Dem Arzt wurden die Brillen in einem verschlossenen Behälter gereicht, so dass der Untersucher selbst nicht wusste, in welcher Reihenfolge die Gläser geprüft wurden.

Mit jeder Brille absolvierten die Probanden einen Sehtest mit und ohne Blendung am Mesoptometer. Es wurden sowohl normalsichtige als auch Personen mit eingeschränktem Sehvermögen untersucht.

Das Fazit der Testreihe: Weder die Dämmerungssehschärfe noch die Blendempfindlichkeit lassen sich mit Hilfe der getönten Spezialbrillen verbessern. Mitunter verschlechtert sich die Sicht sogar durch die Sehhilfen.